Hohenwarth

 

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  • Einwohner: 114 (davon Nebenwohnsitz 18)
  • Gesamtfläche: 351 ha
  • Seehöhe: 495 m (Mitte von Hohenwarth)
  • Gemeinderat: Norbert Bauer
  • Ortsvorsteher: Reinhard Pfabigan
  • Kdt. der FF: Leopold Müllner

 

Die Geschichte von Hohenwarth:

Erstmals schriftlich wurde diese Ortschaft 1230 im Zehentbuch des Stiftes Herzogenburg, der „Prima fundatio“, erwähnt. An dieses Stift leisteten die meisten Dörfer unserer Umgebung, welche zur Grafschaft Raabs gehörte, ihre Abgaben. In diesem Buch wurde Hohenwarth als „Hachenbart“ geführt. 

 

Es gibt allerdings auch eine urige Überlieferung unseres Ortsnamens: 

Im frühen vorigen Jahrhundert ritten einst ein adeliger Herr und sein Untergebener, ein Müller, durch das Land. Der Adelige hoch zu Ross voran, der Müller auf einem Esel hinten nach. Weil der Adelige mit seinem Pferd natürlich schneller war als der Müller auf seinem Esel dahinter, rief der Müller seinem Herrn nach:“ Hoha, woat!“ Die Antwort folgte natürlich prompt: “Mü’na, reit!“

 

„Hohe Warte“: der Name von Hohenwarth ist möglicherweise auf das bestehen einer Aussichtswarte zurückzuführen. Die Flurbezeichnungen „Wartbühel“ und „Wartgraben“ könnten auf eine solche Aussichtswarte erinnern. 

Hohenwarth und Münchreith standen immer in einem engen Zusammenhang. Dies geht aus einer Schenkung des Raabser Grafen Konrad I um 1150 an das Stift Garsten in Oberösterreich hervor.

Laut den Notizen des Spätmittelalters verschwanden viele Dörfer von der Landkarte.  Sie wurden entweder aufgegeben oder sind verödet. So vermutlich auch das Dorf „Irhawbe“ zwischen Riegers, Göpfritzschlag und Hohenwarth. 

1590 gehörte Hohenwarth zur Gänze der Herrschaft Karlstein. Zu dieser Zeit  herrschte das Geschlecht der Puchheimer. 

1705 waren in Hohenwarth 18 Häuser, 1849 waren es bereits 29 Häuser und 1870/80 waren es schon 30 Häuser. 

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Bis 1848 gehörte Hohenwarth zur Herrschaft Karlstein, danach wurden die Ortsgemeinden gebildet. Hohenwarth bildete gemeinsam mit Münchreith bis 1967 eine Gemeinde, danach wurden sie in die Gemeinde Karlstein eingegliedert. 

1908 wurde die Feuerwehr Hohenwarth von Witzmann Anton, Bös Ferdinand und Lengenfeller Anton gegründet. 

Die Landschaft um Hohenwarth ist eher hügelig und liegt in einer Höhe von 495m. Die Katastralgemeinde ist ein sogenanntes Angerdorf.

Neben dem Glockenturm in der Ortsmitte befindet sich ein Spielplatz, welcher mit einem Trampolin, Sandplatz, Spielturm, Reck, Rutsche, Schaukel und Nestschaukel ausgestattet ist und von unseren Kindern gerne in Anspruch genommen wird. Auch so manches Fußballspiel wird dort ausgetragen. 

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Das heutige Waaghaus diente einst als Gemeindeschmiede, daneben befindet sich der Löschteich und gegenüber das Feuerwehrhaus, welches im Jahre 1960/61 neu errichtet wurde. Nachdem die Ortschaft zu klein wurde, entstand ab dem Jahr 1990 am Ortsrand eine neue Siedlung mit 4 Familien. 

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Hinter dem Haus der Familie Ruthner (Nr. 5), steht ein Marterl, welches von der Familie selbst errichtet und vom Diakon Hadl Franz im Jahre 2000 geweiht wurde. 

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Auf der Anhöhe zwischen Hohenwarth und  Münchreith steht ein Marterl aus Stein mit der Hl. Barbara. Die Fa. Hager hat dieses Marterl zum Schutz für seine Mitarbeiter errichtet. Die Hl. Barbara ist die Schutzpatronin für Bergbau.

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Glockenturm

Der alte Glockenturm war am ehemaligen Zeughaus (altes Feuerwehrhaus) angebaut. Als er dann schon sehr baufällig war, wurde 1986 am Dorfanger ein neuer Glockenturm errichtet. Die Gemeinde Karlstein übernahm die Kosten für Baumaterial, Stromanschluss, Turmverblechung und elektr. Geläute und stellte als Hilfe den Dorfbewohnern den Gemeidebediensteten Hr. Ehegartner zur Seite. 

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Die Angehörigen aller im Krieg vermissten und gefallenen Soldaten, einige Firmen und Banken der Gemeinde Karlstein, sowie die FF-Hohenwarth finanzierte die Gedenktafel, wo alle im Krieg gefallenen und vermissten Soldaten Hohenwarths angeführt sind. Sie befindet sich an der linken Seite des Glockenturmes. Die FF Hohenwarth organisierte Ende Juni 1987 ein 3tägiges Fest zur Weihe des Glockenturmes und des Kriegerdenkmals. Der damalige Pfarrer Stefan Ratzinger weihte den Glockenturm im Rahmen der  Festmesse am 28. Juni 1987. 

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Seitdem ertönt täglich um 06 Uhr früh, 12 Uhr mittags und 19 Uhr abends das Geläut dieses Glockenturms. Fast hätte ein Unwetter mit Hagelschlag und Unmengen an Regen (in einer halben Stunde fielen 120mm Regen) dieses Fest verhindert. Unter dem Dach des Glockenturms sind ein kompletter Satz österreichischer Schillingmünzen sowie ein Gedicht von Helene Resl zur Erinnerung eingeschlossen. Herr Eisenmagen kümmert sich regelmäßig um die Genauigkeit des Uhrwerkes. 

 

Steinkreuz

Das Steinkreuz wurde einst im Jahre 1839 am Ortsanfang aus Münchreith kommend errichtet. 2004 wurde es im Zuge der Renovierung an den jetzigen Standort (Ortsende Richtung Schuppertholz) versetzt. Hier ist es besser geschützt und kann auch gepflegt werden. 

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Nach der Schweighardt-Topographie - 1840 gab es in Hohenwarth: 

  • Häuser: 29
  • Familien: 42
  • Männliche Bewohner: 61
  • Weibliche Bewohner:  70
  • Schulkinder: 20
  • Viehbestand
  • Ochsen: 42
  • Kühe:  25
  • Schafe: 37
  • Ziegen:  7
  • Schweine: 15
  • Pferde: 0

 

Gewerbe einst:

  • bis 1900 Uhrkastenfabrik mit ca. 15 Mitarbeitern

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  • bis 1955 Johann und Rosina Resl Tischlerei und Gemischtwarenhandel
  • bis 1920 Gasthaus Anton 
  • Lengenfelder mit Kegelbahn
  • bis 1940 Fam. Katharina und Josef Pfeiffer Gasthaus mit Kegelbahn
  • bis 1978 Gasthaus Karoline Dallamassl 

Heute gibt es:

  • 1 Mutterkuhbetrieb
  • 1 Milchviehbetrieb
  • 2 Mastviehbetriebe

 

 

Zur Feuerwehr:

  • Mitglieder:  aktiv:  42    passiv: 1
  • Kommandant: Herbert Kuna
  • Kdt. Stellvertreter: Reinhard Pfabigan              
  • Verwalter: Sabine Ruthner 
  • 1908 Gründung der FF Hohenwarth mit 20 Mitgliedern, von der Wehr Münchreith wurde zur Gründung eine 1878 gekaufte Fahrspritze bereitgestellt
  • 1958 Anschaffung des neuen Tragkraftspritzenanhängers
  • bis 1960 altes Zeughaus wo heute noch das alte Waaghaus steht
  • 1960/61 Bau des neuen Zeughauses mit Schlauchturm 
  • am heutigen Standort
  • 1968 Brand bei der Fam. Rösl, Hohenwarth 16, durch einen 
  • Blitzschlag brennt eine Scheune zur Gänze ab. 
  • 1981 Anschaffung eines gebrauchten Opel-Blitz mit Vorbaupumpe
  • 1986/67 Bau und Weihe des neuen Glockenturms an seinem 
  • heutigen Standort  
  • 1987 3 täg. Feuerwehrfest beim Glockenturm
  • 1987 Hochwassereinsatz in Hohenwarth nach einem starken Unwetter
  • 1998 Kauf des neuen Feuerwehrautos samt Tragkraftspritze
  • 1999 Weihe des Autos und der Tragkraftspritze sowie Feuerwehrfest in der Halle der Fam. Wilhelm Resl
  • 2006 Hochwassereinsatz in Hohenwarth, Doberberg, Fa. Pollmann und Gerhartsmühle der Fam. Pfeiffer
  • 2007 Gemeindeübung in Hohenwarth
  • 2008 Feuerwehrfest 100 Jahre Feuerwehr Hohenwarth
  • 2011 2 täg. Feuerwehrfest in der Halle von Fam. Norbert Bauer
  • 2014 Sonnwendfeier in Karlstein

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Meinungen unserer Zweitwohnsitzer, warum sie sich für Hohenwarth entschieden haben, wurden uns mitgeteilt:

 

Die Eltern des Hr. Prewein hatten einen Nachbarn in Wien, welcher aus unserer Ortschaft stammt und kamen gerne auf Besuch zum Fischen an die Thaya. Durch Kontakte wurde die Idee von der eigenen Fischerhütte durch den Erwerb eines kleinen Fleckerls im Wald in die Tat umgesetzt. Die Fam. Prewein ist seit über 60 Jahren bei uns in Hohenwarth und pflegt immer noch gerne die Kontakte zu unseren Dorfbewohnern. 

 

Fam. Walz aus Deutschland war auf der Suche nach einem alten Bauernhof. Da es bei uns ruhig ist, wenig Verkehr und schöne Wander- und Reitwege gibt und sich der Spielplatz in unmittelbarer Nähe befindet haben sie sich für Hohenwarth entschieden.

 

Fam. Oppenauer aus Wien kam durch Zufall in unsere Gegend. Da es Ihnen bei uns gefallen hat und sich 1973 die Gelegenheit ergab, haben sie in unserem Ort einen Zweitwohnsitz errichtet. Die Ortschaft profitierte vom Fortschritt, indem der Kanal gemacht und die Stromleitung in die Erde verlegt wurde. Seit 40 Jahren fühlen sie sich bei uns wohl, sind sehr zufrieden und haben die Absicht noch einige Zeit bei uns zu verbringen. 

 

Fam. Mallisch aus Deutschland war eigentlich auf der Suche nach einem 70 m² Wochenendhäuschen in der buckligen Welt. Durch einen Freund kamen sie ins Waldviertel. Erster Eindruck: „Mein Gott, hier sieht es ja aus wie in Schweden! Wälder, Felsen, Hügel, Natur pur und jede Menge Ruhe!“ Statt einem 70 m² Häuschen wurde es ein ausgewachsener Vierkanthof. Nur ein stabiles Handy/Internet-Netz und eine Autobahnverbindung Wien-St.Pölten-Linz wären wünschenswert. 

 

Fam. Wolf aus Wien hat vor 13 Jahren das Haus Nr. 7 erworben. Für Sie ist Hohenwarth ein Ort der Entspannung und der Freude. Hier sind die Nachbarn mittlerweile die besten Freunde. Das Engagement der Feuerwehr, der Dorfjugend und vor allem der Hohenwarther Frauen hat sie von Anfang an begeistert. Hier gibt es Zusammenhalt trotz unterschiedlicher Standpunkte. Hier wird gemeinsam gefeiert und auch gemeinsam getrauert. Leider sind ihre unmittelbaren Nachbarn, Fredi und Toni Witzmann, nicht mehr unter uns. Beide waren besondere Originale, die ihnen von Anfang an das Gefühl dazu zu gehören gegeben haben.

„Hohenwarth ist das Beste, was uns passieren konnte!“

 

Unsere jüngsten Zweitwohnsitzer Petra und Jürgen haben ihre Entscheidung in einem Gedicht verfasst. 

 

H -  ohenwarth – Eingebettet zwischen saftige Wiesen, fruchtbare Felder und mystische Wälder. 

O -   b Angler, Radler oder Spaziergänger – für jeden ist etwas dabei, außer vielleicht für leistungsorientierte Fußballanhänger.

H -   errliche Waldwege und Wanderrouten, die kann sich jeder zumuten. 

E -   inen Bund hochinteressanter und äußerst engagierter Nachbarsleut‘, mit ihnen zu plaudern und zu diskutieren, ist stets a Freud‘. 

N -   icht nur die Fauna, auch die Flora ist ein wahrer Genuss, alles aus einem natürlichen Guss. Kräuter und Pilze wachsen an vielen Ecken, man muss sich lediglich danach strecken.

W -  as für uns in der Bauphase auch sehr wichtig: wir haben hier begnadete Handwerker vom Fach; sie sind, wenn‘s um knifflige Lösungen geht, hellwach.

A -   lles in allem ein perfektes Gesamtpaket, das hier in Mitten des Waldviertels steht. Unser Resümee fiel uns nicht sehr schwer und lautet daher ganz fair:

R- undum genau unser Fall, da knistert jeder einzelne Sonnenstrahl; Auch der Glockenturm immer pünktlich schlägt und dich jeden Morgen um sechs aus dem Bette hebt.

T- ja, als wir dieses Fleckchen Erde sahen, waren wir uns fix im Klaren: Es war um uns gescheh‘n und hier würde bald im Garten unsere Wäsche weh‘n.

H - ohenwarth – ein schönes Fleckchen Erde, da gibt‘s nun mal keine BeschwerdeEs grünt und blüht vor sich hin, für uns ein absoluter Total-Gewinn.

 

 

Einen herzlichen Dank an alle fleißigen Hände, die zur Dorfverschönerung beitragen. 

GR Eduard Zeiner

 

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